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399 Fragen und Antworten gefunden

  • Wie erlernen taubblinde Personen die Lormen-Sprache?

    Um mit den Kindern eine Kommunikation aufzubauen, braucht es sehr, sehr viel Körperkontakt und viel Zeit. Oft beginnt es so, dass Eltern/ Bezugspersonen mit Gegenständen (sogenannte Bezugsobjekte) kommunizieren. Ein bestimmter Gegenstand symbolisiert eine Aktivität (z.B. kleine Schuhe für Spazieren, Badehose für Schwimmen, Ball für Spielen, Löffel für Essen …). Die Kinder bekommen dieses Symbol in die Hand zum Ertasten und danach folgt die Aktivität. Somit lernen die Kinder, das Symbol mit der Aktivität zu verknüpfen und wissen dann, was damit gemeint ist. Das kann immer mehr ausgeweitet werden. In einem weiteren Schritt werden dann nicht nur die Bezugsobjekte gezeigt, sondern immer eine bestimmte Gebärde/ Geste/ Zeichen mit den Händen des Kindes oder am Körper des Kindes gemacht. Irgendwann, wenn es dem Kind möglich ist, kann man das Abfühlen der Gegenstände durch das Formen von Gebärden/ oder Körperzeichen nach und nach ersetzen. Aber, das ist ein sehr langer Weg. Wichtig ist, die Gebärden können nicht einfach so in der Luft gemacht werden. Es muss immer körpernah und gemeinsam mit den Händen des Kindes geformt werden.
    Bei Menschen, die später von Taubblindheit betroffen sind, ist der Erhalt der Kommunikation sehr wichtig. Wenn ein Mensch z.B. gehörlos geboren ist, dann ist er in der Regel mit der Gebärdensprache aufgewachsen und es bleibt seine geliebte Muttersprache. Kommt dann später die Augenerkrankung hinzu, müssen die Menschen oft auf abgefühlte Gebärden umsteigen (taktiles Gebärden). Eine Person gebärdet und die taubblinde Person legt ihre Hände auf die gebärdenden Hände und kann so die Gebärden verstehen. Diese Menschen haben auch eine Vorstellung von Buchstaben und Wörtern aus der Zeit, in der sie noch sehen konnten. So kann man auch große Druckbuchstaben mit dem Finger in die Handinnenfläche schreiben. Und darüber ist es auch möglich das Hand-Alphabet Lormen zu lernen: Man schreibt den Druckbuchstaben in die Handinnenfläche und zeigt die Berührung auf dem jeweiligen Finger dazu. So kann man z.B. Schritt für Schritt das Lormen üben. Manche Menschen haben noch einen winzigen Sehrest. Für sie schreiben wir mit dicken schwarzen Stiften die Buchstaben groß auf und zeigen dann dazu die Berührung auf der Hand für das Lormen.

  • Wer hat die Gebärdensprache erfunden? Ist sie international?

    Wie jede Sprache ist sie nicht von heute auf morgen entstanden oder von einer bestimmten Person erfunden worden. Sie hat sich im Laufe der Zeit innerhalb der Gemeinschaft der Gehörlosen entwickelt. Die ersten schriftlichen Hinweise auf die Gebärdensprache stammen sogar schon aus der griechischen Antike. Seit dem Jahr 2000 ist die Gebärdensprache in mehreren Ländern offiziell anerkannt und entwickelt sich immer weiter wie jede andere Sprache auch. Jedes Land hat seine eigene Gebärdensprache, diese hat sich genau wie die Lautsprachen durch verschiedene Einflüsse entwickelt.

  • Wie nennt man taub-stumm?

    Man sagt gehörlos oder taub bzw. ertaubt, wenn es erst im Laufe des Lebens eingetreten ist. Stumm sind die Betroffenen ja nicht – sie reden nur in einer anderen Sprache (Gebärdensprache), lachen laut etc. Ertaubte Menschen können zudem ja auch in Lautsprache sprechen – es ist nur schwerer, wenn man sich selbst nicht mehr hören kann.

  • Wie können Blinde, die auch nicht hören können, kommunizieren?

    Es kommt immer darauf an, wann die Taubblindheit eingetreten ist. Es gibt Menschen, die von Geburt an taubblind sind. Ihre Welt ist immer das, was greifbar um ihre Arme und Füße herum ist –was sie unmittelbar erfahren können. Um mit den Kindern eine Kommunikation aufzubauen, braucht es sehr, sehr viel Körperkontakt und viel Zeit. Oft beginnt es so, dass Eltern/ Bezugspersonen mit Gegenständen (sogenannte Bezugsobjekte) kommunizieren. Ein bestimmter Gegenstand symbolisiert eine Aktivität (z.B. kleine Schuhe für Spazieren, Badehose für Schwimmen, Ball für Spielen, Löffel für Essen …). Die Kinder bekommen dieses Symbol in die Hand zum Ertasten und danach folgt die Aktivität. Somit lernen die Kinder, das Symbol mit der Aktivität zu verknüpfen und wissen dann, was damit gemeint ist. Das kann immer mehr ausgeweitet werden. In einem weiteren Schritt werden dann nicht nur die Bezugsobjekte gezeigt, sondern immer eine bestimmte Gebärde/ Geste/ Zeichen mit den Händen des Kindes oder am Körper des Kindes gemacht. Irgendwann, wenn es dem Kind möglich ist, kann man das Abfühlen der Gegenstände durch das Formen von Gebärden/ oder Körperzeichen nach und nach ersetzen. Aber, das ist ein sehr langer Weg. Wichtig ist, die Gebärden können nicht einfach so in der Luft gemacht werden. Es muss immer körpernah und gemeinsam mit den Händen des Kindes geformt werden. Bei Menschen, die später von Taubblindheit betroffen sind, ist der Erhalt der Kommunikation sehr wichtig. Wenn ein Mensch z.B. gehörlos geboren ist, dann ist er in der Regel mit der Gebärdensprache aufgewachsen und es bleibt seine geliebte Muttersprache. Kommt dann später die Augenerkrankung hinzu, müssen die Menschen oft auf abgefühlte Gebärden umsteigen (taktiles Gebärden). Eine Person gebärdet und die taubblinde Person legt ihre Hände auf die gebärdenden Hände und kann so die Gebärden verstehen. Diese Menschen haben auch eine Vorstellung von Buchstaben und Wörtern aus der Zeit, in der sie noch sehen konnten. So kann man auch große Druckbuchstaben mit dem Finger in die Handinnenfläche schreiben. Und darüber ist es auch möglich das Hand-Alphabet Lormen zu lernen: Man schreibt den Druckbuchstaben in die Handinnenfläche und zeigt die Berührung auf dem jeweiligen Finger dazu. So kann man z.B. Schritt für Schritt das Lormen üben. Manche Menschen haben noch einen winzigen Sehrest. Für sie schreiben wir mit dicken schwarzen Stiften die Buchstaben groß auf und zeigen dann dazu die Berührung auf der Hand für das Lormen.

  • Wie kommen gehörlose Menschen durchs Leben, wenn die auch noch zusätzlich blind sind?

    Das ist gar nicht so einfach in Kürze zu beantworten. Nur ein paar Stichpunkte:
    – Wichtig sind gute Hilfsmittel (z.B. Blindenlangstock, tastbare Uhren und Wecker,
    Hilfsmittel zum Fühlen für den Haushalt, tastbare Spiele, Vibrationsklingel und viele elektronische Hilfsmittel, z.B. ein Navigationsgürtel, der vibriert und die Richtung mittels Vibrationszeichen anzeigen kann, ein Smartphone, an das eine elektronische kleine Brailleschriftzeile angeschlossen ist, eine elektronische Leselupe, bei der man Farbe, Kontraste verändern kann, uvm.).
    – Wichtig ist auch persönliche Taublindenassistenz, um Unterstützung bei der Orientierung und Mobilität zu haben, bei der Kommunikation und beim Zugang zu Informationen.
    – Wichtig sind Menschen, die sich auf die Kommunikationsmöglichkeiten taubblinder
    Menschen einstellen.
    – Wichtig sind Informationen in Großdruck mit Kontrasten und in Brailleschrift.
    – Wichtig ist immer ausreichend Zeit für die Kommunikation zu haben.

  • Wie lernt man die Gebärdensprache, wenn man von Geburt an gehörlos ist und damit auch nicht lesen kann?

    Gebärdensprachen lernt man genauso wie Lautsprachen: indem man miteinander kommuniziert. Wenn Menschen mit Kindern eine bestimmte Sprache verwenden, dann erwerben die Kinder sie in der Regel automatisch. Wird also in Gebärdensprache kommuniziert, lernen Kinder die Gebärdensprache (ob taub oder hörend). Für die Kommunikation ist keine Schriftsprache und kein Lesen notwendig. Hinweis: Gebärdensprachen haben keine Schriftsprache. In der Wissenschaft gibt es einige sogenannte Notationssysteme. Diese Systeme stellen dar, wie Gebärden aussehen und wie sie ausgeführt werden. Man kann diese aber nicht lesen wie z.B. die deutsche Schriftsprache.

  • Wie lernen taubblinde Menschen? Wie kommen sie im Alltag zurecht?

    Auch das ist gar nicht so einfach in Kürze zu beantworten.
    Nur ein paar Stichpunkte:
    – Wichtig sind gute Hilfsmittel (z.B. Blindenlangstock, tastbare Uhren und Wecker,
    Hilfsmittel zum Fühlen für den Haushalt, tastbare Spiele, Vibrationsklingel und viele elektronische Hilfsmittel, z.B. ein Navigationsgürtel der vibriert und die Richtung mittels Vibrationszeichen anzeigen kann, ein Smartphone, an das eine elektronische kleine
    Brailleschriftzeile angeschlossen ist, eine elektronische Leselupe, bei der man Farbe, Kontraste verändern kann, uvm….),
    – Wichtig ist auch persönliche Taublindenassistenz, um Unterstützung bei der Orientierung
    und Mobilität zu haben, bei der Kommunikation und beim Zugang zu Informationen,
    – Wichtig sind Menschen, die sich auf die Kommunikationsmöglichkeiten taubblinder
    Menschen einstellen.
    – Wichtig sind Informationen in Großdruck mit Kontrasten und in Brailleschrift.
    – Wichtig ist immer ausreichend Zeit für die Kommunikation zu haben.“

  • Wie können taube Menschen trotzdem sprechen lernen?

    Das ist ein ziemlich aufwändiger und für die Kinder sehr anstrengender Prozess: Sie lernen durch verschiedene Übungen, wie die Laute gebildet werden. Das braucht viel Zeit, ist schwer und nur eingeschränkt möglich. Denn ohne das Gehör kann man nicht kontrollieren, ob der Laut richtig gebildet wird. Das Sprechen hört sich deshalb auch anders an als bei hörenden Menschen. Menschen, die taub geboren sind oder sehr früh in der Kindheit das Gehör verloren haben, können die Lautsprache meist nicht vollständig erlernen wie hörende Menschen. Denn für das vollständige Erlernen für Lautsprachen, braucht man den Zugang über das Hören.

  • Denken Gehörlose, dass man schreit wenn man gähnt?

    Nein, denn wenn man gähnt, ist der Gesichtsausdruck ganz anders als wenn man schreit. Probier‘s mal vor dem Spiegel aus 😉 !

  • Können taube Menschen telefonieren und sich unterhalten?

    Ja, taube Menschen können telefonieren. Bevor es Handys und Smartphones gab, wurden häufig Faxgeräte genutzt, um schriftlich zu kommunizieren. Für das Telefonieren zwischen hörenden und tauben Menschen entwickelte man Schreibtelefone. Diese waren an das normale Festnetz angeschlossen und kurze Texte konnten hin- und hergeschickt werden, so dass ein kleines Gespräch oder wie man heute sagt „Chat“ entstand. Später gab es dann Bildtelefone (über das Festnetz nutzbar). Hier konnten sich die Gesprächspartner:innen sehen und miteinander in Gebärdensprache kommunizieren und sich unterhalten. Mit der neuen Technik von Handys, Smartphones, Tablets etc. haben sich die Möglichkeiten für taube Menschen drastisch verändert und verbessert. Auch sie können nun immer und überall über Chats, Videotelefonie und Online-Plattformen telefonieren und sich unterhalten.

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