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13 Fragen gefunden

  • Gibt es Mittel um Sie zu heilen?

    Derzeitig ist mir nichts bekannt, was mein Augenlicht verbessern könnte. Ich bin auf Sehhilfen wie Lesegerät, bestimmte Apps fürs Handy und Sprachausgabe und Brailleschrift (Punktschrift) angewiesen. Ich trage auch eine Brille mit starken Gläsern. Ohne diese Brille sehe ich nur ganz wenig, vielleicht nur noch 4%. Durch die starken Gläser kann ich noch Farben, Umrisse und Gegenstände erkennen. Ich muss aber oft sehr nah herangehen oder davorsitzen, damit ich die Objekte gut erkenne kann.

  • Was kostet ein Blindenhund?

    Ein Führhund kostet ungefähr 20.000 €. Das ist aber eine ungefähre Zahl, weil die Ausbildung eines Führhundes auch Geld kostet. Wenn man einen Führhund bekommt, muss man eine sogenannte Gespannprüfung ablegen. Man kann die Kosten bei der Krankenversicherung beantragen.

  • Wie orientiert man sich in völlig fremden Umgebungen (bspw. Urlaubsregion)? Wie bereitet man sich speziell vor, welche Informationen holt man sich vorab ein und wo findet man diese?

    Das ist immer eine spannende Sache, ob man Urlaub in Deutschland oder im Ausland macht. In Deutschland und in einigen angrenzenden Ländern gibt es auch schon Orientierungs- und Leitsysteme für uns. Auch Museen und Theater haben da schon gute Beispiele, wo es auch noch Audioguides zusätzlich gibt. Meine Erfahrungen in Hotels sind da unterschiedlich. Dort wären solche Leitsysteme super, dass man sich alleine und ohne fremde Hilfe zu recht finden kann. Da bleibt dann meistens nur die Möglichkeit, dass man seine eigenen Reisegruppen, Gäste oder das Hotelpersonal anspricht und sich Hilfe holt. Wenn man eine Reise plant, kann man dort vorher anrufen oder sich über die Internetseite erkundigen, ob sie barrierefrei sind.

  • Wie orientiert man sich bei extrem lauten Umgebungsgeräuschen (Baustellen – und Straßenlärm, extrem laute Musik, …) bzw. was bewirkt Lärm, wenn doch das Hören einen Teil des fehlenden Sehvermögens kompensieren kann?

    Ja Lärmbelästigung ist sehr ungünstig, da wir unseren Hörsinn für die Orientierung brauchen. Aber da kommt auch unser Tastsinn mit hinzu. Da verlasse ich mich meistens auf den weißen Langstock, mit den man auch Hindernisse erkennen kann. Diejenigen die einen Führhund besitzen, haben da noch eine zusätzliche Hilfe. Baustellen sollten deshalb immer gut abgesichert sein, mit einem rotweißen Sperrzaun. Es kommt immer auch darauf an, wie gut sich ein Mensch in solchen Situationen orientieren kann.

  • Wie erkennt man das die Wohnung geputzt werden muss?

    Ja, das ist schon manchmal ärgerlich. Meistens merkt man es dann wenn es unter den Füßen knirscht oder man merkt, dass man auf etwas krümliges getreten ist. Da bleibt ein meistens nichts anders übrig als mit den Händen zu prüfen, ob etwas auf den Boden gefallen ist oder man mal Flüssigkeiten auf den Boden getropft hat. Gerade Honig, Marmelade oder Butter oder Soße sind nicht schön. Ich nehme dann meistens vorsorglich bei Krümeln einen Handfeger und Besen oder einen Lappen bzw. Küchentuch. Manchmal sehe ich auch die Flecken oder große Krümel noch. Eine Hilfe können da Familienangehörige oder auch Freunde sein. Die kann man dann fragen, habe ich alles erwischt oder muss man noch mal drüber wischen oder noch mal den Feger in die Hand nehmen.

  • Wie orientiert sich ein blinder Mensch oder stark sehbehinderter Mensch bei der Überquerung ein nicht barrierefreien ausgebauten Fußgängerampel / oder bei einer unumgänglichen, völlig ungesicherten Querung (wenn keine Assistenz vorhanden ist)?

    Bei nicht barrierefreien Ampeln (klassische Kreuzung) kann man sich über das Gehör am Verkehrsfluss orientieren. Das bedeutet wenn der Verkehr auf der parallel abgewandten Seite fließt, stehen ja auf der zu überquerenden Straße die Fahrzeuge. Das ist aber nicht ganz ungefährlich, da kann man sich auch schnell verschätzen, wenn derjenige zu spät losläuft. Da ist es immer gut, wenn jemand in der Nähe steht, der entweder Hilfe anbietet oder man selber fragt. Das Problem besteht auch bei Zebrastreifen. Wenn dort keine gekennzeichneten Leitsysteme vorhanden sind, können das Betroffenen auch nicht finden, es sei denn man hat noch ein ausreichendes Sehvermögen.

  • Wie orientiert sich ein blinder Mensch oder stark sehbehinderter Mensch bei der Farbunterscheidung/Auswahl von Kleidungsstücken im Kleiderschrank (wenn keine Assistenz vorhanden ist)?

    Es gibt Farberkennungsgeräte bzw. FarberkennungsApps für Smartphones. Diese richtet man auf das Kleidungsstück und die Farbe wird genannt.

    Weitere Antworten zu dieser Frage
    Es kommt immer darauf an, wie viel Sehvermögen Sehbeeinträchtigte haben. Bei mir ist es so, dass ich noch Farben erkennen kann. Das müssen dann aber einfache klare Farben sein, wie Schwarz, Weiß, Rot oder Gelb oder Blau. Schwieriger wird es dann, wenn es Farben wie Beige, Braun, Orange oder Türkis sind. Bei mir muss sich das klar von einander unterscheiden können. Hier können Farberkennungshilfen eine Hilfe sein oder Apps mit Farberkennung für Smartphone. Man kann sich auch die Sachen sortieren und farblich trennen. Aber das muss jeder für sich sich selbst festlegen, was ihm besser gefällt. Blinde Menschen nehmen meistens die Farberkennungssysteme die auch von Krankenkassen gefördert werden. Es gibt auch Workshops zu Farb- und Stilberatung.
  • Wenn Sie rausgehen, haben Sie da Angst?

    Ja, in einigen Situationen habe ich schon Angst, wenn ich rausgehe. Gerade bei Fahrradfahrern und E-Scooter Fahrern habe ich Angst, dass ich angefahren werde. Sie fahren auch öfters dort, wo sie eigentlich nicht fahren dürfen. An Zebrastreifen müsse normalerweise die Autos anhalten, aber das interessiert manche Fahrer nicht. Auch an der Ampel ist es mir schon öfters so gegangen, dass einfach noch jemand durchgefahren ist, obwohl für die Fußgänger grün war. Auch vor Treppen habe ich großen Respekt. Wenn sie nicht für sehbeeinträchtigte und blinde Menschen gut gekennzeichnet sind, da kann man ganz schnell die Treppe herunterstürzen.

  • Träumen Sie Farben?

    Diese Frage kann ich nicht beantworten,  da ich noch Farben sehen kann. Ich weiß nicht wie es bei ganz blinden Menschen ist.

  • Arbeiten Sie? Wenn ja, was?

    Ja, ich arbeite. Ich betreue ein Netzwerk für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen. Es heißt www.sachsen-senioren.de.  Da arbeite ich 30 Stunden in der Woche. Weiterhin arbeite ich noch bei der BARRIEREFREIHEIT GMBH 10 Stunden pro Woche. Diese Firma gestaltet Gebäude für Menschen mit Beeinträchtigungen barrierefrei. Die stellen Türschilder, Handlaufschilder (Geländer), Leitsysteme und tastbare Raumpläne her. Am Computer arbeite ich mit einem Bildschirmleseprogramm mit Sprachausgabe, Großschrift und Brailleschrift (Punktschrift).

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