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399 Fragen und Antworten gefunden

  • Wie finden blinde Menschen Produkte im Supermarkt?

    Gute Frage! Ich persönlich drucke mir immer meinen Einkaufszettel aus und gebe ihn im Supermarkt einer dort arbeitenden Person. Diese sammelt die von mir gewünschten Produkte, bringt sie zur Kasse, an welcher ich während dieser Zeit warte, und ich bezahle dann alles und gehe schließlich nach Hause. Andere blinde Menschen nutzen Hilfsmittel wie zum Beispiel das Smartphone oder den sog. Einkaufsfuchs. Sowohl das Smartphone – entsprechende Software vorausgesetzt – als auch der Einkaufsfuchs können die Strichcodes mittels Scanner erkennen und lesen vor, was man in der Hand hat. Ein derartiges Einkaufen nimmt aber sehr viel Zeit in Anspruch, da im Supermarkt ja häufig umgeräumt wird und man also die entsprechenden Regale oder Kühltheken suchen muss.

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    • Ich will ehrlich schreiben: durchfragen. Ich frage Mitmenschen oder ich gehe mit Bekannten einkaufen.
    • Bei den Vollsortimentern gibt es in der Regel Unterstützung von den Mitarbeiterinnen (im Gegensatz zu den Discountern). Ansonsten durch sehenden Partner/sehende Partnerin. Es gibt auch einen sog. Einkaufsfuchs, damit habe ich jedoch keinerlei Erfahrung.
    • Ich habe mir in bestimmten Einkaufszentren den Weg mit Hilfe des Orientierungs- und Mobilitätstrainings mit einen Trainer erarbeitet. Dadurch finde ich dann zu einer Kasse. Ich lasse mir auch vom Personal helfen. In großen Einkaufsmärkten Produkte selbständig aufzufinden, ist für blinde Menschen nahezu unmöglich, zumal oft umgeräumt wird.
  • Wie wissen blinde Menschen, dass sie ihre Menstruation haben?

    Nach Kalender oder nach Gefühl.

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    • Das merkt man eben.
  • Wann wissen blinde Menschen, dass sie fertig beim Abwischen sind (beim Stuhlgang)?

    Na, das ist einfach zu beantworten: Wenn das Klopapier, mit dem man sich den Po abgewischt hat, nicht mehr riecht.

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    • Lieber einmal mehr wischen. Es kommt auf den Stuhlgang an.
  • Können blinde Menschen auch irgendwie Noten lesen und schreiben?

    Ja. Können Sie! Es gibt eine spezielle Braille-Notenschrift. Das sind Notenzeichen, die genauso wie die Blindenschrift fühlbar sind. Auch diese Notenzeichen bestehen aus erhabenen Punkten. Dort hat man im Vergleich zur „normalen“ Punktschrift aber noch zwei Punkte mehr, was das Erlernen der Braillenotenschrift etwas erschwert. Schreiben kann man besagte taktile Noten auch mit einem besonderem Notenschreibdrucker bzw. mit einem speziellen Computerprogramm.

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    • Ja, es gibt eine Braille-Notenschrift. Informationen hierzu gibt es u. a. im dzb lesen in Leipzig – www.dzblesen.de
  • Haben blinde Menschen öfter ein absolutes Gehör?

    Diese Frage kam sicherlich von jemandem, der musikalisch ist. Die Frage ist super. Leider muss ich aus meiner eigenen Erfahrung – auch durch mir bekannte Personen, die blind sind – sagen, dass dies nicht oft der Fall ist. Ganz bestimmt gibt es blinde – vor allem geburtsblinde – Menschen, die ein absolutes Gehör haben. Ich denke, dass dies aber noch immer eine Seltenheit ist. Zugegeben: So gut kenne ich mich damit aber nicht aus.

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    • Auch blinde Menschen haben kein absolutes Gehör. Es ist nur trainierter, weil es die 80 Prozent an Informationen, welche sonst visuell aufgenommen werden, mit ausgleichen muss.
    • Sie hören genauer hin.
    • Ich habe davon gehört, ich selbst aber zähle nicht dazu. Ich kann beispielsweise die Tonarten nicht unterscheiden.
  • Welche Auswirkungen hat Schnee auf blinde und sehbehinderte Menschen? Zum Beispiel durch zugeschneite Leitsysteme?

    Schnee ist für uns blinde Menschen ein echtes Problem: Nicht nur, weil nach starkem Schneefall viele Fußwege und Blindenleitsysteme nicht sofort geräumt werden, sondern auch, weil der Schnee viele Geräusche absorbiert. Wir blinde Menschen orientieren uns nämlich nicht nur mittels Blindenlangstock, sondern auch nach Geräuschen der Umgebung. Außerdem habe ich einen Blindenführhund, mit dem ich morgens, mittags und nachmittags in den Park gehe. Dort lasse ich meinen Hund freilaufen, damit er rennen, schnüffeln und so weiter – Ihr wisst jetzt, was ich mit „so weiter“ meine? – kann. Da mein Hund mich im Park nicht führen muss, laufe ich dann mit meinem Blindenlangstock. Im zugeschneiten Park verlaufe ich mich ab und zu, da ich mit meinem Blindenlangstock den Unterschied zwischen zugeschneiter Wiese und zugeschneitem Weg nicht feststellen kann. Ergebnis: So schön Schnee für sehende Menschen auch ist, so unbequem ist er für blinde Menschen!

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    • Schnee nervt und ist eigentlich nur schön mit sehender Begleitung, z. B. im Winterurlaub. Schnee schluckt Geräusche, man hört evtl. Gefahren wie z. B. Autos sehr sehr spät. Außerdem bedeckt er Straßenbeschaffenheiten; was ist es jetzt: Pflaster? Asphalt? Rasen? Schotterweg u. ä. Und beim Überqueren von Straßen muss man damit rechnen, auf der anderen Seite in einen zusammengeschobenen Schneewall zu landen und kann die Gefahrenzone Straße nur mühsamer verlassen. Man bleibt außerdem natürlich mit seinem weißen Langstock ständig im Schnee stecken, was das Laufen erschwert.
    • Wenn Schnee liegt, lässt es sich mit dem Langstock nicht so gut laufen. Manchmal fällt es mir schwer, den Unterschied zwischen Weg und Wiese wahrzunehmen. Das kommt aber auf die Schneemenge an.
    • Wir können nicht mehr laufen. Die Bordsteinkante ist auch eine Leitlinie. Der Schnee an den Ampeln ist schlimm. Wir kommen nicht an den Taster.
  • Wie gehen blinde Menschen einkaufen?

    Gute Frage! Ich persönlich drucke mir immer meinen Einkaufszettel aus und gebe ihn im Supermarkt einer dort arbeitenden Person. Diese sammelt die von mir gewünschten Produkte, bringt sie zur Kasse, an welcher ich während dieser Zeit warte, und ich bezahle dann alles und gehe schließlich nach Hause. Andere blinde Menschen nutzen Hilfsmittel wie zum Beispiel das Smartphone oder den sog. Einkaufsfuchs. Sowohl das Smartphone – entsprechende Software vorausgesetzt – als auch der Einkaufsfuchs können die Strichcodes mittels Scanner erkennen und lesen vor, was man in der Hand hat. Ein derartiges Einkaufen nimmt aber sehr viel Zeit in Anspruch, da im Supermarkt ja häufig umgeräumt wird und man also die entsprechenden Regale oder Kühltheken suchen muss.

  • Können blinde Menschen zeichnen?

    Selten, aber ja! Tatsächlich gibt es blinde Menschen, die zeichnen können. Ein weltberühmtes Beispiel ist der türkische Künstler Esref Armagan. Er ist von Geburt an blind, zeichnet und malt aber genauso wie ein sehender Mensch! Er ist in der Kunstwissenschaft ein echtes Phänomen, beweist uns aber, dass blinde Menschen zeichnen und malen können! Ich bin mir sicher, dass Esref Armagan nicht der einzige auf unserer Welt ist.

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    • Zum Zeichnen: Grundsätzlich ist es möglich – aber anders. Es gibt Hilfsmittel, mit denen man sich (z. B. Wege im Wohngebiet) zum besseren Merken aufzeichnen kann. Oder eine sehende Person zeichnet sie auf. Dies ist dann jedoch nicht bunt, sondern taktil. Aber ein Rembrandt, Cranach oder Dürer werden sie sicher nicht.
  • Kennen blinde Menschen die Farben, also wissen die Menschen wenn ich gelb sage, was ich für eine Farbe meine?

    Für geburtsblinde Menschen ist es schwer und eigentlich so gut wie unmöglich, sich Farben vorzustellen, da sie Farben noch nie sehen konnten und deshalb Farbbezeichnungen für sie abstrakt sind. Für späterblindete Menschen ist es einfach, sich die Farben vorzustellen. Vorausgesetzt, sie haben sich das Aussehen der verschiedenen Farben gemerkt, sind also vor ihrer Späterblindung mit „offenen Augen“ durchs Leben gegangen.

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    • Ich kenne Farben nur vom Hörensagen. Gelb ist für mich die Sonne, der Honig, Mais.
    • Kommt drauf an: Wenn sie wie ich späterblindet sind, dann ja! Bei den Geburtsblinden: nein. Da muss man sich dann genau merken, welches Hemd, welche Bluse, welche Socken farblich zur Hose passen. Und dabei hilft einem dann u. a. auch ein Farberkennungsgerät.
  • Wie kommunizieren Blinde mit Gehörlosen?

    Eine supertolle Frage! Ohne Gebärdensprachdolmetscher*in geht das im persönlichen Gespräch nicht. Es gibt hier nur einen sicheren Weg, sich auszutauschen, ohne fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen: Per SMS, per WhatsApp oder per Mail: Dem blinden Menschen wird vom Smartphone oder vom Computer vermittelt (durch Sprachsoftware bei Smartphone/PC oder über Braillezeile beim PC), was der gehörlose Mensch geschrieben hat. Der gehörlose Mensch hingegen kann auf seinem digitalen Endgerät lesen, was der blinde Mensch ihm schrieb bzw. antwortete.

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    • Durch akustische Vermittlung über einen Gebärdensprachdolmetscher.
    • Gehörlose müssen nicht gleichzeitig auch stumm sein und können von den Lippen ablesen. Darüber hinaus gibt es die Lormschrift, denn z. B. bei Taubblindheit wird es schwer. Da habe ich jedoch keine Erfahrung.
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