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Wie bist du zu deiner Behinderung gekommen?
Meine körperliche Behinderung habe ich von Geburt an. (Rollstuhlfahrer)
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- Durch Augentrombose. (blind)
- Meine Behinderung basiert auf einer Erbkrankheit, die meinen gesamten Körper betrifft. Als ich 12 Jahre alt war, kam es dadurch zu Problemen mit den Augen. Nach vielen Jahren und etwa 20 Augen-Operationen, sehe ich auf dem linken Auge nur noch hell/dunkel und habe auf dem rechten Auge ein Restsehvermögen von etwa 10%. (Sehbehinderter)
- Man entdeckte bei mir mit Ende 20 eine Erberkrankung, die schließlich zur Erblindung führte.
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Müssen Leute mit Behinderungen arbeiten?
So wie Menschen ohne eine Behinderung arbeiten gehen müssen (wollen), so ist dies genau auch bei den Menschen mit Behinderungen. Oftmals gibt es aber keinen barrierefreien Arbeitsplatz. Damit werden diese Menschen daran gehindert, ihren Fähigkeiten entsprechend einer Arbeit nachzugehen.
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- Ja, prinzipiell müssen und wollen Leute mit Behinderungen auch arbeiten gehen. Leider ist das nicht immer so einfach. Einige Menschen mit Behinderungen haben es schwerer in der Schule, weil sie z. B. schlechter sehen, hören oder öfter krank sind und es somit viel anstrengender für sie ist, den ganzen Schulstoff zu schaffen. Deshalb haben sie oftmals Probleme ein Abitur, eine Berufsausbildung oder ein Studium zu schaffen und haben es somit schwerer eine Arbeit zu finden. Viele Schulen, Universitäten und Betriebe sind nicht barrierearm genug, so dass die Behinderten dort nicht arbeiten können (z. B. haben manche Büros keinen Fahrstuhl, so dass ein Rollstuhlfahrer gar nicht zur Arbeit kommen könnte, weil er die Treppen nicht hochkommt). Viele Arbeitgeber trauen sich leider auch nicht mit Behinderten zu arbeiten, weil sie denken, dass Behinderte nicht so gut arbeiten können, langsamer arbeiten oder öfter krank sind. Es gibt auch besondere Schulen und Firmen, die den Behinderten helfen mit ihrer Behinderung oder Krankheit zurecht zu kommen und Ihnen dabei helfen ihren Schul-/ Ausbildungsabschluss zu machen. Das Ziel sollte es sein, dass Behinderte auf „normale“ Schulen gehen können, damit Nicht-Behinderte merken, dass die meisten Behinderten genauso gut lernen und arbeiten können, wie nichtbehinderte Leute.
- Natürlich müssen Menschen mit Behinderungen auch arbeiten. Aber: Was das Arbeiten betrifft, so geht es hier nicht nur um das Müssen, sondern auch um das Dürfen bzw. eine Arbeit zu finden, die man trotz der eigenen Behinderung gut erledigen kann! Es gibt nicht so vielfältige Jobs für beeinträchtigte (= behinderte) Menschen, was sehr schade ist. Jeder Mensch auf der Welt sollte eine Arbeit haben. Nicht nur, weil das Arbeiten zum Leben gehört und dieses interessanter macht, sondern auch, weil man ja seinen Lebensunterhalt verdienen will und muss. Leider haben viele Menschen mit Behinderungen keine Arbeit oder arbeiten in sogenannten Behindertenwerkstätten. In diesen Werkstätten werden die Menschen sehr schlecht bezahlt, aber das ist ein anderes Thema. Fest steht: Jeder Mensch sollte und muss arbeiten, damit er seinen Lebensunterhalt verdienen kann, mit anderen Menschen in Kontakt kommt und mit sich und dem Leben zufrieden ist.
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Was macht ihr, wenn euch niemand helfen möchte?
Ich gehe davon aus, dass es immer jemanden geben wird, der helfen kann bzw. will. Als Betroffener muss man auch lernen, Hilfe anzunehmen. Ansonsten sollte man versuchen sich selbst zu helfen. (Rollstuhlfahrer)
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- Zum Glück gibt es heutzutage viele (technische) Hilfsmittel, die einem Sehbehinderten im Alltag helfen können. Das wichtigste Hilfsmittel für mich ist das Smartphone. Die meisten Smartphones sind sehr gut bedienbar für Sehbehinderte/blinde Menschen, da man viele Bildschirmeinstellungen machen (z.B. Helligkeit, Farbkontrast, Schriftgröße, Sprachsteuerung usw.) oder sich sogar alles vom Telefon vorlesen lassen kann. Am häufigsten verwende ich eine Karten-App (Google Maps, Apple Maps o.ä.), um meine Routen zu planen oder benutze die Kamera, um Fotos von weit entfernten Objekten oder zu kleiner Schrift (z.B. Speisekarten im Restaurant, Bus-/Straßenbahnfahrpläne usw.) zu machen, die ich mir dann auf dem Handybildschirm aus der Nähe anschauen kann. Gute Planung, Routine und Ordnung ist für sehbehinderte und blinde Menschen sehr wichtig. Je besser man vorher plant, desto weniger ist man auf Hilfe von anderen angewiesen. Wenn es doch mal nötig ist, hilft dann meistens das Handy 😉 (Sehbehinderter)
- Wenn uns beeinträchtigten Menschen niemand helfen möchte, dann versuchen wir uns selbst zu helfen, d.h. versuchen unser Problem selbst zu lösen. Ganz bestimmt genauso wie ihr, wenn euch keiner helfen will, oder? Da gibt es keinen Unterschied zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. (Blind)
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Gibt es Dating-Apps für Menschen mit Behinderung?
Ja, wie bspw. Capido, Glimmer oder Handicap Love. Oftmals sind sie gratis und man geht offen mit vorliegenden Behinderungen um. Das erleichtert den Austausch über gemeinsame Themen oder Alltagsprobleme. Auch kann man seltener Opfer von Behinderten-Fetischen oder Diskriminierung werden. Man findet auf den Portalen auch oft einen kostenlosen Telefonsupport oder Ratgeber zum Austausch. Es gibt jedoch meist weniger Mitglieder und Funktionen als bei anderen Portalen, was die erfolgreiche Suche in der Umgebung schwieriger macht. Auch besteht die Gefahr, dass Menschen mit Behinderung unter sich bleiben, was auch diskriminierend sein kann.
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- Manche Menschen mit Behinderungen wollen unter „Gleichgesinnten“ bleiben und suchen absichtlich, z. B. mittels spezieller Apps, nach einem Menschen mit der gleichen oder ähnlichen Behinderung, weil sie sich dann vielleicht besser verstanden fühlen. Und das ist auch vollkommen okay! Denn es ist schwierig, einen empathischen Menschen als Partner*in zu finden, der vollkommenes Verständnis für die eigene Behinderung hat. Irgendwann stößt man in den meisten Beziehungen an Grenzen, so auch in Beziehungen zwischen einem Mensch mit und einem ohne Behinderung. Diese Grenzen können dann teilweise von der Behinderung und mangelndem Verständnis aufgrund fehlender Eigenerfahrung beeinflusst sein. Trotzdem ist es meiner Meinung nach nicht im Sinne der Inklusion, spezielle Dating-Apps nur für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Ich würde es nicht ausgrenzend nennen, aber es schafft eine ganz eigene Blase. In dieser fühlen sich manche Menschen mit Behinderung sicherlich wohler, aber dennoch: Das ist keine Inklusion! Es ist wichtig, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen, um das gegenseitige Verständnis zu fordern und zu fördern. (Lisa, Epileptikerin)
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Gibt es eine Behinderung, wo man schlauer ist als andere?
Natürlich nicht, jeder Mensch ist auf seine Art schlau (oder eben nicht 😉) und das unabhängig von einer Behinderung. Ob man mit sogenannten Inselbegabungen schlauer ist als andere, erscheint mit fraglich. Andersherum müsste man ja dann Menschen, die auf einem Gebiet besonders schlau waren, ja fast eine Behinderung attestieren.
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- So wie es unter den körperlich gesunden Menschen Unterschiede in deren Bildung gibt, so gibt es auch unter den Menschen mit Behindertungen große Unterschiede. Das heißt, nur weil man eine Behinderung hat, ist man deshalb nicht dümmer, aber auch nicht schlauer. Es gibt jedoch doch Menschen mit Autismus, die erstaunliche Teilleistungen im Rechnen, in technischen Disziplinen, in der Musik und auf anderen Gebieten zeigen können.
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Weshalb werden behinderte Menschen oft ausgeschlossen?
Wir Menschen neigen dazu, das, was wir nicht kennen, uns fremd und manchmal auch beängstigend vorkommt, auszuschließen. Da Menschen mit Behinderung anders aussehen und auch ein anderes Verhalten aufweisen als der wesentlich größere Teil der Bevölkerung, kommt es oft zur Ablehnung. Außerdem werden Menschen, die eine Behinderung haben, in der Regel immer noch in Sondereinrichtungen untergebracht, wo sie entweder zur Schule gehen oder in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten. Besonders Familien mit behinderten Kindern haben es in unserer Gesellschaft sehr schwer und werden mit ihren Sorgen oftmals allein gelassen.
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- Menschen mit Behinderungen werden oft deshalb ausgeschlossen, weil Menschen ohne Behinderung zu wenig über die Behinderungen wissen. Menschen ohne Behinderungen sind dann oft auch unsicher, wie sie damit umgehen sollen. Menschen mit Behinderungen sind Minderheiten. Für Minderheiten ist es immer schwieriger, sich für Ihre Rechte, Bedarfe und Wünsche einzusetzen als für Mehrheiten. Mehrheiten organisieren sich Möglichkeiten, um ihre Rechte, Bedarfe und Wünsche zu erfüllen. Wenn diese Möglichkeiten für die Minderheiten nicht passen, dann braucht es oft viel Zeit und Kraft bis die Minderheiten auch ihre eigenen Möglichkeiten organisieren können und dürfen.
- Das würde ich auch gern wissen. Vielleicht wäre das eine Frage, die tatsächlich eher Menschen ohne Behinderung beantworten könnten. Vielleicht: Aufwand und Anstrengung wären noch recht „positive“ Gründe. Anders sind dann die eigene Überhöhung gegenüber Behinderten bis hin zur Euthanasie bzw. der grundlegenden bewussten oder unbewussten Befürwortung solcher.
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Wieso kommen manche Kinder behindert auf die Welt?
Dass Neugeborene mit einer Behinderung auf die Welt kommen, dafür kann es verschiedene Ursachen geben: z.B. durch bestimmte Vorerkrankungen, Probleme während der Schwangerschaft bzw. direkt bei der Geburt des Kindes, die Einnahme von Medikamenten bzw. Suchtmitteln. Es gibt sicher noch mehrere Ursachen dafür, dass ein Kind mit einer körperlichen bzw. Sinnesbehinderung (blind oder taub/stumm) geboren wird. Leider kommt es auch zu Behandlungsfehlern.
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- Die Gründe sind sehr unterschiedlich. Hier einige Beispiele: Es gibt Behinderungen, die genetische Gründe haben (Veränderungen im Erbgut). Es kann sein, dass die Mutter während der Schwangerschaft bestimmte Infektionen hat, die bei dem ungeborenen Kind zu einer Behinderung führen können. Es kann sein, dass während der Geburt Komplikationen entstehen - manchmal können diese Komplikationen auch zu einer Behinderung führen.
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Wie hört man mit Cochlea-Implantat? Wie klingt dann alles?
Wenn Ihr hundert Menschen mit Cochlea-Implantat (CI) fragen würdet, wie sich das „Hören mit CI“ anders anhört, als bei jemandem „mit guten Ohren“, würdet Ihr sicherlich hundert verschiedene Antworten bekommen, denn „Hören“ ist sehr subjektiv und viele, die heute ein CI tragen, waren vorher schon ihr Leben lang schwerhörig oder taub. Jemand, der schon von Geburt oder klein auf ein Hörgeräte getragen hat oder gehörlos war, hat also nie „mit guten Ohren gehört“ und kann sich das nur ungefähr vorstellen, wie sich das „gute Hören“ anhört. Andere wiederum, die aufgrund einer Krankheit oder Unfalls spät(er) ertaubt sind, die also schon mal „gut gehört haben“, sprechen von einem „mechanischen“, „metallischen“ oder „piepsigen“ oder aber als „angenehmen“ und „relativ natürlichen“ Klang.
Aber es gibt hier aus unserer Sicht als CI-Träger noch etwas ganz Wichtiges, was Euch „Guthörenden“ vielleicht gar nicht so bewusst ist: Hören und Verstehen sind zwei verschiedene Dinge! Das heißt, auch wenn wir mit dem CI hören können, verstehen wir automatisch noch lange nicht alles! Und das würde ich Euch auch gerne kurz erklären: Wie ein normales/gut hörendes Ohr funktioniert, wisst Ihr – beim CI nimmt der verbaute Sprachprozessor den von außerhalb des Ohres kommenden Schall auf und generiert über die Elektroden ein eigenes elektrisches Signal.
Mit dem CI wird das natürliche Hören durch elektrisches Hören ersetzt, wir sind also so eine Art Cyborg. Diese elektrischen Signale sind dem Gehirn in dieser Form jedoch nicht bekannt. Dem Menschen fehlt also die Bedeutung. Deswegen muss ein CI-Träger eine Art Fremdsprache erlernen. Wenn das Gerät nach der OP zum ersten Mal aktiviert wird, nimmt er zwar Geräusche und Sprache akustisch wahr, versteht sie allerdings nicht. Das Gehirn erkennt zum Beispiel am Anfang auch nicht, dass das Vogelgezwitscher ist, was man da hört oder das Rauschen des Wassers aus dem Wasserhahn oder das Geräusch von Autos – das muss alles über das Gehirn zugeordnet und eingeprägt werden. Glücklicherweise geht es relativ schnell, bis unser Gehirn die „neue Fremdsprache“ erlernt hat. Es kann bis zu ein paar Wochen dauern, bis man Zahlen und erste Wörter versteht, und nach einem Jahr dann auch fließende Sprache in einem natürlichen Umfeld. Und mit diesem „Verstehen“ programmiert dann das Gehirn auch das Empfinden um, so dass man mit einem CI die gesprochenen Wörter und Sätze in den meisten Fällen nicht mehr als metallisch oder mechanisch sondern als normal empfindet.
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Was ist das Nervigste daran, im Rollstuhl zu sitzen?
Letztendlich fokussiere ich mich nicht darauf, was ich nicht kann, sondern darauf, was ich an Möglichkeiten habe. Nervig ist es, wenn man auf Hilfe angewiesen ist und manchmal Menschen fragen muss, dass sie einem helfen, sie dann gar keine Ahnung haben, wie sie das machen müssen, und man dann jeden Schritt genauestens erklären muss.
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Haben Menschen mit Autismus Probleme mit Augenkontakt?
Ich habe kein Problem mit Augenkontakt. Maximal bei völlig fremden Personen.
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- Auch das ist so ein Vorurteil: Manche können Augenkontakt halten, manche nicht. Manche haben es antrainiert, manche tun so, als ob sie die Person gegenüber anschauen (man schaut dann knapp an der Person vorbei). Bei längeren Gesprächen bekomme ich dann aber auch Probleme mit dem Augenkontakt.
- Augenkontakt ist unangenehm. Ich schaue weg.
- Kommt drauf an, wie die Leute so sind.
Du bist neugierig und das Thema, dass dich interessiert war noch nicht dabei? Stelle selbst eine Frage!

