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Sind Menschen mit Autismus Berührungen unangenehm?
Nur die sexuellen Berührungen sind unangenehm. Freundschaftliche Umarmungen sind kein Problem.
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- Ja, sofern sie von fremden Personen nicht angekündigt werden. Bei Personen, die ich lange kenne, ist das nicht das Problem - zumindest nicht für mich persönlich.
- Ich mag keine Berührungen. Beim Begrüßen muss man aber die Hände schütteln.
- Berührungen sind ok.
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Wie gehen Menschen mit Autismus mit Emotionen um?
Autismus ist ein Spektrum und sehr komplex. Das Vorurteil, dass Autisten emotionslos sind, ist falsch. Autisten nehmen ihre eigenen Emotionen wahr, aber haben manchmal Probleme Emotionen bei anderen Menschen zu erkennen, einzuordnen und zu kommunizieren. Aber das ist bei jedem Betroffenen anders. Manche Autisten sind gefühlskalt, andere sind voller Freude.
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Wie viele Menschen haben eine Behinderung?
Laut Statistik sind es etwa 7,8 Mio Menschen in Deutschland. Das sind etwa 9,4 % aller Deutschen. Die meisten Menschen werden erst im Laufe ihres Lebens insbesondere durch Krankheiten, aber auch durch durch Altersprobleme, Unfälle o.ä. mit einer eigenen Behinderung konfrontiert. Allerdings schließt diese Zahl nur die beantragten/genehmigten Fälle ab einem Grad der Behinderung von 50 (schwerbehindert) ein.
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Wie wissen Blinde, mit welcher Bahn oder Bus sie fahren müssen und dass es auch die richtige Richtung ist?
In seiner vertrauten Umgebung weiß man irgendwann, welche Busse/Bahnen fahren. Auch eine blinde Person informiert sich vorher per Handy o.ä. wann Bus/Bahn fährt. An der Haltestelle gibt es sogenannte Blindeninformationssysteme (BLIS). Das sind Geräte, bei denen auf Knopfdruck der/die einfahrende Bus/Bahn über einen Lautsprecher die Liniennummer und Richtung durchsagen.
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- Da wir wissen, wo unsere Straßenbahn oder unser Bus mit jeweils der entsprechenden Richtung abfährt, ist das eigentlich kein Problem. Problematisch wird es aber an Sammelhaltestellen, also an Haltestellen, wo sich verschiedene Fahrzeuge des ÖPNV häufen. Da müssen wir meistens fragen, welche Linie jetzt grade einfährt bzw. welches Ziel sie hat. Oft sagen die Fahrzeuge des ÖPNV das aber auch selbst an. Ganz problematisch wird es bei Umleitungen oder einem Schienenersatzverkehr, welcher nicht an der gewohnten Haltestelle hält: Dort benötigen wir unbedingt Unterstützung, um nicht im Nirgendwo zu landen. Grundlegend sind wir blinden Menschen bzgl. der Öffentlichen Verkehrsbetriebe aber recht erfahren und wissen also, wo wir ein- und aussteigen müssen.
- Durch die Ansage über den Außenlautsprecher der Bahn (über Nummer und Fahrziel). Durch spezielles Orientierungs- und Mobilitätstraining lernen sie die Wege dahin.
- In welche Richtung man fahren muss oder will, das muss man lernen/üben. Ob man die richtige Linie erwischt, muss man erfragen. In manchen Bahnen gibt es beim Einsteigen eine Ansage wohin sie fährt.
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Fühlen sich Schüler mit Behinderung in inklusiven Klassen nicht allein?
Eigentlich ist es genau andersrum! -> Hör dir Justus vollständige Antwort an!
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Wie lernt man als Taubblinder zu kommunizieren?
Es kommt immer darauf an, wann die Taubblindheit eingetreten ist. Es gibt Menschen, die von Geburt an taubblind sind. Ihre Welt ist immer das, was greifbar um ihre Arme und Füße herum ist – was sie unmittelbar erfahren können. Um mit den Kindern eine Kommunikation aufzubauen, braucht es sehr, sehr viel Körperkontakt und viel Zeit. Oft beginnt es so, dass Eltern/ Bezugspersonen mit Gegenständen (sogenannte Bezugsobjekte) kommunizieren. Ein bestimmter Gegenstand symbolisiert eine Aktivität (z. B. kleine Schuhe für Spazieren, Badehose für Schwimmen, Ball für Spielen, Löffel für Essen …). Die Kinder bekommen dieses Symbol in die Hand zum Ertasten und danach folgt die Aktivität. Somit lernen die Kinder, das Symbol mit der Aktivität zu verknüpfen
und wissen dann, was damit gemeint ist. Das kann immer mehr ausgeweitet werden. Z. B. haben taubblinde Kinder in Schulen eine Art Regalwand. Jedes Fach steht für einen Wochentag. Darin sind dann die Bezugsobjekte zum Fühlen, die dem Kind anzeigen, was an welchem Tag stattfindet.
In einem weiteren Schritt werden dann nicht nur die Bezugsobjekte gezeigt, sondern immer eine bestimmte Gebärde/Geste/Zeichen mit den Händen des Kindes oder am Körper des Kindes gemacht. Irgendwann, wenn es dem Kind möglich ist, kann man das Abfühlen der Gegenstände durch das Formen von Gebärden oder Körperzeichen nach und nach ersetzen. Aber das ist ein sehr langer Weg. Wichtig ist, die Gebärden können nicht einfach so in der Luft gemacht werden. Es muss
immer körpernah und gemeinsam mit den Händen des Kindes geformt werden.Bei Menschen, die später von Taubblindheit betroffen sind, ist der Erhalt der Kommunikation
sehr wichtig. Wenn ein Mensch z. B. gehörlos geboren ist, dann ist er in der Regel mit der Gebärdensprache aufgewachsen und es bleibt seine geliebte Muttersprache. Kommt dann später die Augenerkrankung hinzu, müssen die Menschen oft auf abgefühlte Gebärden umsteigen (taktiles Gebärden). Eine Person gebärdet und die taubblinde Person legt ihre Hände auf die gebärdenden Hände und kann so die Gebärden verstehen. Diese Menschen haben auch eine Vorstellung von Buchstaben und Wörtern aus der Zeit, in der sie noch sehen konnten. So kann man auch große Druckbuchstaben mit dem Finger in die Handinnenfläche schreiben.
Und darüber ist es auch möglich das Handalphabet Lormen zu lernen: Man schreibt den Druckbuchstaben in die Handinnenfläche und zeigt die Berührung auf dem jeweiligen Finger dazu. So kann man z.B. Schritt für Schritt das Lormen üben. Manche Menschen haben noch einen winzigen Sehrest. Für sie schreiben wir mit einem dicken schwarzen Stift die Buchstaben groß auf und zeigen dann dazu die Berührung auf der Hand für das Lormen. Das Lormen können sie auch gut auf verschiedenen YouTube Videos sehen.
So ist jeder Mensch sehr verschieden, und man muss immer schauen, was er an Voraussetzung mitbringt (einen Sehrest, einen Hörrest). Somit ist auch das Lernen für jeden sehr unterschiedlich. -
Wie hebt man sich vom Rollstuhl aufs Klo?
Das macht jede/r so wie er/sie es kann. Es gibt da kein Patentrezept oder eine gute Vorlage: mal von der Seite, mal von vorn. Mal ist es mehr ein Rutschen als ein „Rüber heben“. Manche, die es können, stehen auch auf und setzen sich dann auf die Toilette. Auch die Griffe an Behindertentoiletten werden von jedem anders genutzt: manche eher zum Aufstützen, andere eher zum Festhalten oder als Absturzsicherung, manche benötigen diese gar nicht. Deswegen sind diese Griffe eigentlich auch beweglich und lassen sich wegklappen.
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- Wenn es die Ausprägung der Lähmung zulässt "steigt" man eigenständig vom Rollstuhl auf die Toilette um. Es gibt Haltegriffe und sogar höhenverstellbare Toiletten, um das Umsetzen zu erleichtern bzw. um eine optimale Anpassung zu schaffen. Öffentliche Toiletten für Menschen mit Behinderung verfügen über diese Anpassungen und müssen bauliche Normen erfüllen.
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Wie haben Querschnittsgelähmte Sex oder gehen auf Toilette?
Auf gleiche Art und Weise wie nicht querschnittgelähmte Menschen. Durch die jeweilige Ausprägung der Lähmung ist der querschnittgelähmte Partner eventuell der „passivere Partner“. Einige Sexualpraktiken bzw. Stellungen sind durch die lähmungsbedingten Bewegungseinschränkungen oder fehlende Körperkontrolle nicht möglich – bspw. „im Stehen“.
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Wie schnell kann man mit Handrollstühlen fahren?
Ohne Unterstützung kann man eine normale Geschwindigkeit von 6km/h fahren, also Schritttempo. Natürlich kann man auch schneller fahren. Hierzu gibt es noch große Unterschiede: ist der Rollstuhl ein Aktivrollstuhl, ein Sportrollstuhl oder befindet sich eine elektrische Unterstützung am Hilfsmittel.
Ich habe mal gehört, dass ein Weltrekord mit ca. 115km/h aufgestellt wurde, aber mit elektrischer Unterstützung.
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- Beim Rollstuhl-Basketball schaffen einige Top-Athleten mit ihren Sportrollstühlen etwa 25 – 30 km/h.
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In welchen Situationen fühlen sich Rollstuhlfahrer manchmal ausgegrenzt?
Tatsächlich recht selten. Ich habe die Möglichkeit, mit der Unterstützung von Menschen immer recht viel zu machen. Und von daher passt das. Ausgegrenzt hatte ich mich auf einem Festival gefühlt, oder in der Diskothek. Ich hasse es auch, irgendwo feiern und tanzen zu gehen. Gut, Rollifahrer können tanzen. Ich habe aber ohnehin kein Taktgefühl. Es ist laut, du bist eine komplette Etage tiefer. Man wird schnell übersehen. Wenn man irgendjemand etwas sagen will: Der Läufer beugt sich zu den anderen rüber, schreit ihnen etwas ins Ohr. Ich muss jedes Mal erst irgendwo anstupsen: „Komm mal bitte kurz auf mein Level runter. Ich will dir mal kurz etwas mitteilen.“ Das ist sehr nervig. Und da fühle ich mich auch teilweise ein Stück weit ausgegrenzt, weshalb ich dann auch nicht so der Feiertyp als Mensch bin.
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- Immer da, wo es Stufen gibt, wo alle andere stehen und bei Begrenzung der Zugänglichkeit aus Brandschutz-/Sicherheitsgründen.
- Speziell als Rollstuhlfahrer fühlt man sich ausgeschlossen durch die fehlende Barrierefreiheit, z.B. durch vorhandene Treppen, fehlende Fahrstühle in Gebäuden, zu hohe Bordsteinkanten an Gehwegen, beim Ein- und Austeigen von öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Bus und Bahn. Oftmals fühlt sich ein Mensch mit Behinderungen als Bittsteller gegenüber den Behörden. Dabei geht es insbesondere um Nachteilsausgleiche, die den Betroffenen zustehen.
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