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Wie entstehen Phantomschmerzen?
Unter Phantomschmerz versteht man Schmerzen in einem Körperteil, der nicht mehr vorhanden ist – meist nach einer Amputation. Man geht davon aus, dass Phantomschmerzen auf Veränderungen im Gehirn zurückzuführen sind. Der Teil der Gehirnrinde, der für das Fühlen verantwortlich ist, beherbergt auch eine innere Landkarte des Körpers mit den einzelnen Körperregionen und den zu ihnen gesendeten Empfindungsbotschaften. Dort ist auch das amputierte Körperteil bei Patient*innen mit Phantomschmerz weiter abgebildet. Dieser Teil der Gehirnrinde wird aber trotzdem nach der Amputation umorganisiert. Je größer diese Umorganisation, desto größer ist der Phantomschmerz. (Mehr dazu: https://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/patienteninformationen/schmerzerkrankungen/phantomschmerzen)
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Was ist ein Handicap?
Ein Handicap ist laut Duden etwas, das für jemanden eine Behinderung oder einen Nachteil bedeutet. Allerdings bevorzugen viele Menschen die Begriffe „Mensch mit Behinderung“ oder „behinderter Mensch“. Im Sport bezeichnet „Handicap“ die Spielstärke z. B. eine*r Golfspieler*in. Je höher das Handicap ist, desto schlechter ist sie. Der oder die leistungsschwächere Gegner*in erhält einen Ausgleich gegenüber dem oder der stärkeren. Und so ähnlich richtet das Wort Handicap den Blick auf die Defizite eines Menschen, weil verglichen wird: Man schaut auf Menschen ohne Behinderung und vergleicht, was Menschen mit Behinderung nicht können. Der individuelle und persönliche Blick auf jede*n einzelnen geht damit verloren. Sagt man „behinderter Mensch“ kann das bedeuten, dass eine Person nicht nur behindert ist, sondern auch durch die Umwelt behindert wird.
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Ist es schwer, die Braille-Schrift zu lernen?
Ja.
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- Das Erlernen der Brailleschrift ist für blinde Menschen, deren Tastsinn nicht gut ausgeprägt ist, ziemlich schwer. Deshalb können vor allem späterblindete Menschen die Brailleschrift nur unter Mühen bis gar nicht lesen. Was man auf jeden Fall für das Erlernen der Brailleschrift benötigt ist Geduld. Außerdem muss man immer fleißig üben und die Laut-, Endungs-, Silben- und Wortkürzungen lernen wie Vokabeln.
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Wie kocht/backt man, wenn man blind ist?
Wie Sehende auch, es geht nur alles langsamer.
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- Für blinde Menschen gibt es ein spezielles Training zur Bewältigung des Haushalts. Dieses Training nennt sich Lebenspraktische Fähigkeiten/Fertigkeiten, kurz LPF. Bei diesem Training bringen entsprechend ausgebildete Lehrer*innen den blinden Menschen bei, wie man zum Beispiel die Wohnung putzt, Wäsche zusammenlegt, Kleidungsstücke bügelt oder eben, wie man kocht oder backt. Grundsätzlich kocht oder backt man als blinder Mensch genauso wie ein sehender Mensch. Allerdings müssen sich blinde Leute bestimmte Kniffs oder Tricks aneignen. Diese Kniffs oder Tricks lernt man bei LPF. Auf der Internetseite von Rehalehrer.de gibt es unter der Rubrik LPF einen erklärenden Film. Dieser Film heißt „LPF – der Film“. Seht ihn euch an und ihr wisst mehr! Kleine Beispiele aus meiner Küche: Der Herd hat erhabene Kochplatten, sodass ich den Topf mit dem Nudelwasser genau mittig auf die Platte stellen kann. Die Schneidbretter für Obst oder Gemüse kann ich nach dem Schneiden von beispielsweise Tomaten falten, sodass mir beim Schütten der Stückchen in den Topf oder die Schüssel nichts runterfällt. Die Küchenwaage kann sprechen, sodass ich weiß, wie viel Mehl oder Zucker ich verwenden werde bzw. muss. Der Messbecher hat innseitig erhabene und somit fühlbare Linien mit Braillezahlen, sodass ich fühlen bzw. lesen kann, ob ich die richtige Menge Milch für meinen Pudding eingegossen habe.
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Woher wissen Blinde, wo in Bus oder Bahn ein Platz frei ist?
Sie fragen, wo ein Platz frei ist.
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- Steigt ein blinder Mensch in einen Bus oder eine Bahn, fragt er oder sie meistens jemanden, wo sich ein freier Platz befindet. Ist niemand da, den man fragen kann, so ist das Verkehrsmittel leer oder dort, wo man eingestiegen ist, sitzt niemand. Also sind genügend Plätze frei und man setzt sich.
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Vertrauen blinde Menschen schnell anderen Menschen, wenn ihnen irgendjemand auf der Straße seine Hilfe anbietet? (Sie müssen ja nicht immer gute Absichten haben.)
Nein.
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- Das ist eine sehr gute Frage. Blinde Menschen vertrauen nicht schneller anderen Menschen als Sehende. Da wir alle wissen, dass es auch Menschen mit bösen Absichten gibt, sind wir blinden Leute meistens sogar doppelt vorsichtig, denn wir sehen ja nicht, wenn man uns heimlich das Portemonnaie oder das Handy aus der Jackentasche zieht. Grundsätzlich nehme ich persönlich nur Hilfe an, wenn ich selbst darum gebeten habe.
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Wie geht man einkaufen/shoppen, wenn man blind ist?
Ich habe den Weg gelernt und gehe an die Kasse und lasse mir helfen, oder ich nehme eine sehende Person mit.
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- Wenn man blind ist und Einkaufen oder Shoppen geht, so lässt man sich in den meisten Fällen von einer sehenden Person unterstützen oder beraten. Gehe ich zum Beispiel in den Supermarkt, so drucke ich mir zu Hause meinen Einkaufszettel, den ich am Computer geschrieben habe, aus und gebe ihn einer Verkäuferin oder einem Verkäufer. Die holen dann alles, was ich haben will, bringen es zur Kasse und ich bezahle meinen Einkauf und gehe mit den Sachen nach Hause. Gehe ich Shoppen, so helfen mir die Mitarbeiter*innen des Geschäfts: Sie fragen mich, was ich suche, holen zum Beispiel verschiedene Shirts und ich probiere die Klamotten an. Die Mitarbeiter*innen sagen mir dann auch, ob mir die entsprechende Farbe steht oder ob das Kleidungsstück gut sitzt. Entscheide ich mich dann, dass ich es haben will, gehe ich damit zur Kasse und bezahle.
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Wissen Menschen, die von Geburt an blind sind, wie Farben aussehen oder was Farben sind? (Sie wissen ja nicht, dass Gelb gelb ist.)
Nein.
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- Für geburtsblinde Menschen bedeuten Farben nicht das, was sie für späterblindete Menschen bedeuten, da Geburtsblinde ja noch nie sehen konnten und deshalb absolut keine Vorstellung von Farben haben. Man kann versuchen, den geburtsblinden Leuten die Farben durch Vergleiche zu vermitteln, aber das ist sehr subjektiv und individuell. So kann man ihnen zum Beispiel erklären, dass Grün so aussieht, wie frisch gemähtes Gras riecht; dass Blau so aussieht, wie sich kaltes Wasser anfühlt; oder dass Gelb so aussieht, wie man die warmen Sonnenstrahlen der Sonne spürt. Das gibt aber noch lange keine Garantie, dass sie dann wirklich eine Vorstellung von den Farben haben.
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Wie nehmen Blinde Mobbing wahr?
Durch die Sprache.
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- Blinde Menschen nehmen Mobbing genauso wahr wie sehbehinderte oder sehende Menschen. Da gibt es keinen Unterschied.
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Ziehen sich sehbehinderte/fast blinde Personen extra bunte Kleidung an, um besser sichtbar zu sein/bessere Kontraste zu haben?
Nein.
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- Sehbehinderte oder fast blinde Menschen ziehen sich meistens nicht extra bunt an, damit sie besser sichtbar sind oder bessere Kontraste haben. Sie wählen den Stil und die Farben ihrer Kleidungsstücke genauso aus, wie es sehende Leute machen. Was die Wahl der Farben bei der Kleidung betrifft, so ist das bei allen Menschen – egal ob nicht-sehend oder sehend – Geschmackssache.
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